Lukas Mertin – Biografie

Lukas Mertin (* 24. September 2002 in Berlin) ist ein deutscher Komponist. Er lebt und arbeitet in Berlin. Im Zentrum seines kompositorischen Schaffens steht die Auseinandersetzung mit historischer Musik aus der Perspektive der Gegenwart. Historische Gesten, harmonische Erinnerungen und formale Relikte werden dabei nicht lediglich zitiert, sondern transformiert, überformt und in neue musikalische Zusammenhänge überführt.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Oper und Musiktheater. Darüber hinaus umfasst sein Schaffen Kammermusik, Vokalmusik, Ensemblewerke und solistische Kompositionen. Ziel seiner Arbeit ist die Entwicklung einer eigenständigen harmonischen Sprache, in der unterschiedliche musikalische Ebenen in Spannung zueinander treten und sich gegenseitig verändern.

Mertin erhielt bereits früh Instrumentalunterricht und beschäftigte sich zunehmend mit Neuer Musik. 2017 wurde er beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie Akkordeon/Kammermusik ausgezeichnet. Ab 2017 nahm er regelmäßig an Arbeitsphasen und Konzerten des Landesjugendensembles Neue Musik Berlin teil, das in dieser Zeit von Gerhard Scherer und Jobst Liebrecht geleitet wurde.

Von 2018 bis 2019 erhielt er Musiktheorie- und Kompositionsunterricht bei Tobias Segsa, anschließend wurde er von Helmut Frommhold im Fach Komposition unterrichtet. Von 2020 bis 2022 war er Jungstudent für Komposition am Julius-Stern-Institut der Universität der Künste Berlin bei Leah Muir. Seit 2022 studiert er Komposition an der Universität der Künste Berlin. Ab 2023 erhielt er Hauptfachunterricht bei Tom Rojo Poller. Zwischenzeitlich nahm er Unterricht bei Hanspeter Kyburz, dessen kompositorische Impulse seine weitere künstlerische Entwicklung mitprägten. 2025 wechselte er in die Kompositionsklasse von Prof. Manolis Vlitakis.

Zu seinen Werken zählen unter anderem In weiter Ferne Ewige Wiederkunft für Flöte und Akkordeon, Streichquartett Nr. 1 „Heimkehr“, op. 1, Vier Lieder op. 2 für Sopran und Bass, Widerstreben für Posaune und Violine sowie Reversion to the Mean für Ensemble. Seine Werke wurden unter anderem an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und im Brücke-Museum Berlin aufgeführt.

2022 wurde Mertin beim Bundeswettbewerb Jugend komponiert mit einem Bundespreis ausgezeichnet. In den folgenden Jahren erhielt er unter anderem ein Stahlberg-Residenz-Stipendium und ein Richard-Wagner-Stipendium.

Neben seiner kompositorischen Arbeit beschäftigt sich Mertin auch mit Instrumentation und der Übertragung historischer Musik in neue klangliche Zusammenhänge. 2024 instrumentierte er fünf Lieder Viktor Ullmanns für das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder).